1. 1333 - Das "Neckarprivileg" - Informationen und ein Bild der Urkunde auf www.stadtarchiv.heilbronn.de/stadtgeschichte
  2. Das Recht, den Neckar wenden und kehren zu dürfen: Der Text der Urkunde von 1333: www.stadtarchiv-heilbronn.de/stadtgeschichte

...Weblinks *

  1. Rufe den ersten Link auf.   a) Klicke auf das Bild der Urkunde, damit es größer wird. Schaue dir an, wie man damals geschrieben hat. 
  2. a) Versuche, die Abschrift der Urkunde laut zu lesen. Was stellst du fest?   b) Finde diese Wörter in der Abschrift der Urkunde: Kaiser, Heilbronn, Neckar, wenden, kehren.

Der Verlauf des Neckars früher

Älteste erhaltene Stadtansicht von Heilbronn (aus Westen) um 1554. (StadtA HN)
Stadtansicht um 1554 (StadtA HN)

Von Roland Schwab

Kennst du den Wertwiesenpark? Als Wört, Werd oder Wert wurden Flussinseln bezeichnet, die ein Fluss durch die Veränderungen seines Laufs bildete. Der Name erinnert an den Ursprung dieses Geländes: Vor mehr als 700 Jahren sahen der Neckar und sein Ufer anders aus. Vor Heilbronn, zum Beispiel, war das Neckartal flach und weit. In diesem Gebiet suchte sich der Neckar immer wieder einen anderen Weg. Flussübergänge und Furten mussten dann neu angelegt werden.

Der Name "Neckar" kommt aus der keltischen Sprache. Er bedeutet "der Wilde, der nicht Bezähmbare". Das hat einen Grund: Der Neckar war sowohl für Schifffahrer als auch für Anwohner gefährlich. Sein Wasser floss schnell. Immer wieder gab es Felsen, denen die Schiffe ausweichen mussten. In Trockenzeiten hatte der Fluss zu wenig Wasser. Es entstanden Sandbänke, Untiefen oder neue Inseln. Die Kapitäne mussten dann aufpassen, dass sie mit ihrem Schiff nicht auf Grund liefen. Die Anwohner fürchteten das Hochwasser. Es überschwemmte ihre Wege und Felder. Dabei wurden bestehende Grenzen verwischt. Benachbarte Grundbesitzer begannen darüber zu streiten, wo ihr Grundstück jetzt anfing oder endete. Es entstand auch neues Land. Wem sollte das gehören? Wieder entstand Streit.
Besondere Schäden verursachte das Tauwetter im Frühling. Aufgetürmtes Eis schwamm wie kleine Eisberge in der Strömung mit. Stieß es gegen die Holzbrücken oder Boote, wurden sie stark beschädigt.

Im Jahr 1333 bekam Heilbronn das Recht, den Neckar wenden und kehren zu dürfen. Dieses Recht wird auch häufig Neckarprivileg genannt. Damit hatten die Heilbronner die Erlaubnis, den Lauf des Neckars zu verändern:
Sie leiteten den Neckar an die Stadt heran. Das hatte einige Vorteile. Im Westen schützte nun der Fluss die Stadt vor Feinden. Über Wehre wurde das Wasser in Mühlenkanäle geleitet, und mit der Wasserkraft konnten Mühlen betrieben werden. Wegen der Wehre konnte kein Schiff mehr an Heilbronn vorbeifahren. Die Waren mussten ausgeladen und in die Stadt gebracht werden. Heilbronn erhob dafür Gebühren und verdiente gut daran. Nur Flöße konnten über eine Floßgasse die Stadt passieren. Erst mit dem Bau des Wilhelmskanals 1817 war es Schiffen möglich, den Neckar weiter flussauf-oder flussabwärts zu befahren.
Auf dem Bild siehst du vorn noch den ursprünglichen Lauf des Neckars. Im Laufe der Zeit versiegte er, nur der große Böckinger See blieb davon übrig.
Der Neckar, der an die Stadt herangeführt worden war, ist heute der "Altneckar". Er war früher viel breiter, denn nach dem Zweiten Weltkrieg hat man ihn mit Trümmerschutt verschmälert. Damit hat man rechts und links des Neckars Uferwege bekommen. Außerdem wurde dadurch die Fließgeschwindigkeit des Wassers erhöht.

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...Der Verlauf des Neckars früher *

  1. Wieso heißt der Wertwiesenpark so?
  2. a) Aus welcher Sprache kommt der Name "Neckar"? b) Was bedeutet er?
  3. Zähle die Gefahren des Neckars für die Schifffahrer auf.
  4. Ab wann durften die Heilbronner den Lauf des Neckars verändern?
  5. Was ist mit "Neckarprivileg" gemeint?
  6. a) Vergleiche den Verlauf des Neckars um 1554 und 1637 auf dem Arbeitsblatt.  b) Versuche Bauwerke und Plätze wiederzufinden (z.B. Kilianskirche, Marktplatz/Rathaus, den Vorgänger der Friedrich-Ebert-Brücke).
  7. Erstellt passende Zeitmarken und befestigt sie unterhalb des Zeitstrahls.
Buchseite (PDF)

Bilder

Hochwasser 1882 (StadtA HN)
1
Hochwasser in Böckingen - Gasthaus zur Sonne (das auf dem heutigen Bürgerhaus-Bereich stand), 1930er Jahre. (StadtA HN)
2
Hochwasserfolgen in Böckingen am Bahndamm, 1906. (StadtA HN)
3
Hochwasser in der Rathausstraße in Böckingen, 1931. (StadtA HN)
4
Überschwemmtes Sportplatzgelände, 1931 (StadtA HN)
5
Hochwassermarken am Pfarrhaus in der Kirchbrunnenstraße, 1949 (StadtA HN)
6
Am Klingenberger Steg vor 1944 (StadtA HN)
7
Hochwasser in Klingenberg, 1931 (StadtA HN)
8
Hochwasser in der Heilbronner Straße in Neckargartach, 1931 (StadtA HN)
9
Blick in Richtung Norden in Höhe des Bollwerksturms: Das Neckarwasser rauscht die Wehre hinunter. Dieser Teil des Neckars wurde später zugeschüttet. (um 1930, StadtA HN)
10
Der Neckar ist zugefroren. Mit Stangen wird geprüft, wie dick das Eis ist. Links siehst du den Götzenturm. (Winter 1928/29, StadtA HN)
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Ein Neckararm wird mit Schutt und Trümmern aufgefüllt und die Mannheimer Straße darauf angelegt. Was hier zugeschüttet wird, ist der Neckararm, den man auf Bild 10 aus südlicher Richtung sieht. Hier ist der Blick aus Richtung Norden (1952, HSt)
12

...Bilder *

  1. Betrachte die Hochwassermarken auf Bild 6.   a) Wann war das erste (dort markierte) Hochwasser?   b) Wann war das letzte (dort markierte) Hochwasser?   c) Wann war das Hochwasser mit dem höchsten Wasserstand?
  2. a) Von welchen Hochwassern stammen die Fotos?   b) Sind die Jahre dieser Hochwasser bei den Hochwassermarken von Bild 6 aufgeführt?

* Lehrkräfte-Info

Informationen für Lehrkräfte sind sichtbar nach Anmeldung (Login).

Erstellt: 21.12.2013 (VN) - Bearbeitet: VN - Zuletzt geändert: 25.11.2014 (VN)